Jeansgröße ermitteln: Bundweite und Beinlänge richtig messen

Jeansgröße ermitteln: Bundweite und Beinlänge richtig messen


Am Bund sitzt die Jeans, am Schuh sammelt sich zu viel Stoff. Eine Nummer kleiner wäre kürzer, wird aber an Hüfte und Oberschenkeln zu eng. Gerade kleinere Männer kennen dieses Problem: Die passende Weite bedeutet noch lange nicht, dass auch die Länge stimmt.

Wenn du deine Jeansgröße ermitteln möchtest, lohnt sich deshalb ein Blick auf die tatsächlichen Maße. Eine gut sitzende Hose aus deinem Kleiderschrank ist dafür eine hilfreiche Vorlage. Hier erfährst du, wie du Bundweite und Innenbeinlänge richtig misst und mit einer Größentabelle vergleichst.

Jeansgröße ermitteln: Das brauchst du

Lege ein flexibles Maßband und eine Jeans bereit, deren Passform dir gefällt. Miss auf einer ebenen Fläche, beispielsweise einem Tisch. Schließe Knopf und Reißverschluss, leere die Taschen und streiche den Stoff glatt, ohne ihn zu dehnen.

Wähle möglichst eine Vergleichshose mit ähnlichem Schnitt und Material. Eine stark elastische Skinny-Jeans ist nur eingeschränkt als Vorlage für eine Jeans aus festem Denim geeignet. Auch eine sehr tief sitzende Hose lässt sich am Bund nicht ohne Weiteres mit einer höher geschnittenen vergleichen.

1. Bundweite der Jeans richtig messen

  1. Lege die geschlossene Jeans mit der Vorderseite nach oben hin.
  2. Richte den Bund möglichst glatt aus, ohne daran zu ziehen.
  3. Miss die einfache Bundweite von einer Seite zur anderen. Orientiere dich dabei an der Messzeichnung des Shops, mit dessen Tabelle du vergleichen möchtest.
  4. Notiere das Ergebnis in Zentimetern.

Wichtig: Einfache Bundweite und Bundumfang sind unterschiedliche Angaben. Misst du quer über die flach liegende Hose beispielsweise 40 cm, ist das die einfache Bundweite. Verdoppelt ergibt sich ein ungefährer Bundumfang von 80 cm. Bei einem stark geformten Bund ist diese Rechnung nur eine Näherung.

Steht in einer Größentabelle die einfache, flach gemessene Weite, vergleichst du deine 40 cm direkt damit. Steht dort ein Umfang, brauchst du die entsprechende Umfangsangabe. Vergleiche immer dieselbe Messart.

2. Innenbeinlänge richtig messen

Die Innenbeinlänge wird auch Schrittlänge genannt. Sie beschreibt die Länge vom Schritt bis zum unteren Saum entlang der Beininnenseite.

  1. Lege ein Hosenbein gerade und glatt hin. Klappe einen umgeschlagenen Saum vollständig auf.
  2. Setze das Maßband am Nahtkreuz im Schritt an, wo die inneren Beinnähte zusammentreffen.
  3. Führe es entlang der inneren Beinnaht bis zur unteren Saumkante.
  4. Notiere die Länge in Zentimetern.

Miss dafür eine Jeans, deren Länge dir bereits gefällt. Ist deine Vergleichshose zu lang, liefert ihr Maß zunächst nur die vorhandene Länge – nicht automatisch deine Wunschlänge. Stecke sie zum Prüfen mit den Schuhen ab, die du dazu tragen möchtest.

Innenbeinlänge und Seitenlänge darfst du nicht verwechseln: Die Seitenlänge verläuft außen vom oberen Bund bis zum Saum. Sie umfasst damit auch den Bereich oberhalb des Schritts.

3. Hosenmaße mit der richtigen Größentabelle vergleichen

Prüfe vor der Größenauswahl, ob der Shop Körpermaße oder Kleidungsmaße angibt. Dein Körperumfang an der Stelle, an der die Hose sitzt, ist nicht dasselbe wie der gemessene Umfang einer Jeans. Schnitt, Material und Bewegungszugabe beeinflussen das Verhältnis.

Bei Kleidungsmaßen vergleichst du deine flach gemessene Hose mit den entsprechenden Tabellenwerten. Bei Körpermaßen misst du deinen Körper nach der Anleitung des Anbieters. Halte das Maßband waagerecht und eng anliegend, ohne einzuschnüren.

Die Maßtabelle unserer MYRON Jeans Casual Chic enthält Maße der flach liegenden Jeans in Zentimetern. Dort kannst du unter anderem die Weite und Schrittlänge mit deiner Vergleichshose abgleichen. Im Shop wählst du Länge und Breite getrennt.

Was bedeuten W und L bei Jeans?

W steht für Waist, also die Bundweite. L steht für Length, also die Beinlänge. Bei klassischen W/L-Angaben werden dafür üblicherweise Zoll verwendet. Ein Zoll entspricht 2,54 cm.

Die Größenbezeichnung ist trotzdem kein Ersatz für die Maßtabelle des konkreten Modells. Eine nominell gleiche Jeansgröße kann sich je nach Marke, Leibhöhe, Schnitt und Stoff unterschiedlich anfühlen. Rechne deshalb nicht einfach deine flach gemessene Bundweite in eine W-Größe um und gehe davon aus, dass jede Jeans mit diesem Etikett gleich sitzt.

Warum die Körpergröße allein deine Jeanslänge nicht bestimmt

Zwei Männer mit 1,70 m Körpergröße können unterschiedliche Beinlängen haben. Hinzu kommen die Leibhöhe der Jeans und die gewünschte Silhouette: Soll der Saum den Schuh leicht berühren oder etwas höher enden?

Körpergrößenempfehlungen helfen bei der ersten Orientierung. Für die konkrete Auswahl ist der Vergleich mit einer gut sitzenden Hose meist aussagekräftiger. Das ist besonders hilfreich, wenn du zwischen zwei Längen liegst.

Auch bei einer passenden Innenbeinlänge lohnt sich ein Blick auf den gesamten Schnitt. Hüftweite, Platz am Oberschenkel und Beinverlauf bestimmen mit, wie die Jeans fällt. Mehr dazu findest du in unserem Beitrag Jeans für kleine Männer: Warum die richtige Länge beim Schnitt beginnt.

Der kurze Passformcheck beim Anprobieren

  • Bund: Die Jeans sitzt an der vorgesehenen Stelle, ohne beim Sitzen einzuschneiden oder ständig herunterzurutschen.
  • Hüfte und Oberschenkel: Du kannst dich bequem setzen und bewegen. Achte darauf, ob Taschen aufklaffen oder der Stoff stark spannt.
  • Beinverlauf: Die Silhouette entspricht dem gewählten Schnitt. Ein Tapered Fit darf am Oberschenkel mehr Raum haben und zum Knöchel schmaler werden.
  • Länge: Prüfe den Saum mit Schuhen. Ein leichter Faltenwurf kann gewollt sein; mehrere übereinanderliegende Stofffalten können darauf hinweisen, dass dir die Hose zu lang ist.

Deine Länge. Deine Weite.

Kleiner zu sein bedeutet nicht automatisch, eine schmale Bundweite zu brauchen. Deshalb entwickeln wir bei MYRON Kleidung für Männer zwischen 1,60 und 1,80 m und betrachten Länge und Weite getrennt.

Unsere Jeans Casual Chic hat einen leicht zulaufenden Tapered Fit. Vergleiche deine Maße mit der Produkttabelle und wähle die Kombination aus Länge und Breite, die zu dir passt.

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Häufige Fragen zum Ermitteln der Jeansgröße

Muss ich die gemessene Bundweite verdoppeln?

Nur wenn du einen ungefähren Bundumfang benötigst. Gibt die Tabelle die einfache Breite der flach liegenden Hose an, vergleichst du deinen Messwert direkt und verdoppelst ihn nicht.

Welche Jeanslänge brauche ich bei 1,70 m?

Das lässt sich allein aus der Körpergröße nicht sicher bestimmen. Miss die Innenbeinlänge einer Jeans, deren Länge dir gefällt, und vergleiche sie mit der Tabelle des gewünschten Modells.

Was mache ich, wenn die Weite passt, die Jeans aber zu lang ist?

Suche zunächst nach derselben Weite in einer kürzeren Länge. Einfach eine kleinere Gesamtgröße zu wählen, kann die Hose an Hüfte und Oberschenkeln zu eng machen. Beim Kürzen wird der Saum versetzt; die Lage des Knies und der übrige Beinverlauf werden dadurch nicht automatisch angepasst.