Warum Größe S kleinen Männern oft nicht passt – was wir bei über 100 Vermessungen gelernt haben

Warum Größe S kleinen Männern oft nicht passt – was wir bei über 100 Vermessungen gelernt haben


Wer kleiner ist, braucht einfach eine kleinere Größe.

Klingt logisch – funktioniert in der Realität aber erstaunlich oft nicht.

Ein T-Shirt in M sitzt an Brust und Schultern gut, ist aber zu lang. Die Jeans passt am Bund, sammelt sich dafür über dem Schuh. Und wenn man stattdessen einfach zu S oder XS greift, stimmt vielleicht die Länge etwas besser – dafür werden Brust, Schultern, Hüfte oder Bund zu eng.

Genau dieses Problem war einer der Ausgangspunkte für MYRON.

Wir wollten verstehen, warum klassische Konfektionsgrößen bei vielen Männern zwischen 1,60 und 1,80 m nicht so funktionieren, wie sie sollten.

Dafür haben wir nicht einfach bestehende Kleidung etwas kürzer gemacht.

Wir haben angefangen, Körperproportionen genauer zu betrachten, über 100 Männer zu vermessen und Länge und Weite getrennt voneinander zu denken.

Denn eine der wichtigsten Erkenntnisse war ziemlich simpel:

Kleiner bedeutet nicht automatisch schmaler.

Das Problem klassischer Größen wie S, M und L

Konventionelle Größen funktionieren vereinfacht nach einem ziemlich linearen Prinzip.

Wird eine Größe kleiner, werden meistens mehrere Maße gleichzeitig reduziert: kürzerer Rumpf, kürzere Ärmel, weniger Brustweite, weniger Schulterbreite und weniger Umfang.

Bei einer größeren Größe passiert das Gegenteil.

Das Problem dabei: Der menschliche Körper skaliert nicht einfach proportional mit der Körpergröße.

Ein Mann mit 1,68 m kann breite Schultern und einen kräftigeren Oberkörper haben.

Ein anderer Mann mit derselben Körpergröße kann sehr schmal gebaut sein.

Ein Dritter braucht vielleicht dieselbe Bundweite wie ein deutlich größerer Mann, aber eine wesentlich kürzere Beinlänge.

Alle drei könnten theoretisch dieselbe Körpergröße haben – benötigen aber vollkommen unterschiedliche Kleidung.

Deshalb beantwortet die Information „Ich bin 1,70 m groß“ noch lange nicht die Frage: „Welche Größe brauche ich?“

Warum einfach eine Größe kleiner oft nicht funktioniert

Nehmen wir ein einfaches Beispiel.

Ein Mann trägt normalerweise M, weil ihm Schulter, Brust und Weite in dieser Größe passen.

Die Ärmel und der Rumpf sind jedoch zu lang.

Der klassische Tipp wäre: „Dann probier doch S.“

Dadurch wird das Kleidungsstück zwar meistens kürzer.

Gleichzeitig wird es aber auch enger.

Plötzlich stimmt vielleicht die Länge – dafür spannt das Shirt an der Brust oder der Halfzip sitzt an den Schultern nicht mehr so, wie er eigentlich soll.

Das ursprüngliche Problem wurde damit nicht gelöst.

Es wurde nur gegen ein anderes eingetauscht.

Genau deshalb betrachten wir bei MYRON Länge und Weite nicht als dasselbe Problem.

Deshalb haben wir über 100 Männer vermessen

Bei der Entwicklung unserer ersten Passformen wollten wir nicht ausschließlich von bestehenden Standardgrößen ausgehen.

Wir haben deshalb die Körpermaße und Proportionen von über 100 Männern betrachtet.

Relevant waren dabei nicht nur Körpergröße oder klassische S-, M- und L-Größen.

Uns interessierten unter anderem Schulter- und Brustbereich, Oberkörperlänge, Ärmellänge, Bund- und Hüftweite, Beinlänge sowie das Verhältnis zwischen Länge und Umfang.

Dabei ging es nicht darum, aus rund 100 Menschen eine allgemeingültige wissenschaftliche Körperstudie abzuleiten.

Die Vermessungen dienten uns vielmehr als Grundlage, um Muster zu erkennen und unser eigenes Passformsystem zu entwickeln.

Und dabei wurde eine Sache besonders deutlich:

Körpergröße und Körperbreite müssen getrennt voneinander betrachtet werden.

Ein Mann kann klein und schmal sein.

Er kann klein und athletisch sein.

Er kann klein und kräftiger gebaut sein.

Eine einzige „kleine Größe“ kann diese Körperformen deshalb kaum sinnvoll abdecken.

Unsere Umfrage zeigte dasselbe Problem aus Kundensicht

Zusätzlich wollten wir wissen, wie Männer ihre eigenen Probleme beim Kleidungskauf wahrnehmen.

In unserer Befragung aus dem Jahr 2023 nahmen 106 Männer zwischen 1,60 und 1,80 m teil. Die Befragung richtete sich damit explizit an die Körpergrößen, für die wir später auch unser MYRON-Passformsystem entwickelt haben.

Dabei berichteten 81,9 %, dass Kleidung für sie zu lang oder in ihren Proportionen nicht passend ist.

80,2 % gaben außerdem an, bereits einen Kauf aufgrund von Unsicherheit bei der richtigen Größe abgebrochen zu haben.

Besonders deutlich wurde das Problem bei Hosen:

97,1 % der Befragten berichteten zumindest gelegentlich von Schwierigkeiten beim Hosenkauf.

Auch Jeans spielten innerhalb der Befragung eine besonders große Rolle: 63 von 106 Teilnehmern nannten sie als erste Präferenz; bei 78,3 % gehörten Jeans zu den beiden wichtigsten Produktkategorien.

Die Befragung ist keine repräsentative Studie für alle Männer zwischen 1,60 und 1,80 m. Sie wurde gezielt innerhalb der späteren MYRON-Zielgruppe durchgeführt.

Für unsere Produktentwicklung war sie trotzdem wertvoll.

Denn sie zeigte, dass das Problem, das wir selbst wahrgenommen hatten, auch von vielen anderen Männern innerhalb unserer Zielgruppe beschrieben wurde.

Bei Hosen reicht die richtige Beinlänge allein nicht

Gerade bei Jeans wird häufig nur über die Innenbeinlänge gesprochen.

Natürlich ist sie wichtig.

Aber eine gut sitzende Hose besteht aus mehr als der Frage, ob sie am Boden schleift.

Auch Leibhöhe, Knieposition, Beinverlauf, Oberschenkelweite, Saumweite und Bundweite beeinflussen den Gesamteindruck.

Wird eine ursprünglich deutlich längere Hose einfach gekürzt, bleibt die restliche Konstruktion schließlich dieselbe.

Die Knieposition wandert dadurch nicht automatisch an die richtige Stelle.

Der Beinverlauf verändert sich nicht.

Und ein Tapered Fit, der für längere Proportionen entwickelt wurde, wird durch das Abschneiden einiger Zentimeter nicht automatisch zu einem proportional passenden Schnitt.

Darum lautet einer unserer wichtigsten Grundsätze:

Nicht einfach kürzer. Anders proportioniert.

Dasselbe gilt für Oberteile

Bei Shirts, Sweatern oder Halfzips entsteht ein ähnliches Problem.

Ein zu langer Rumpf verändert die komplette Silhouette.

Zu lange Ärmel sammeln sich am Handgelenk.

Ein eigentlich sauber konstruierter Pullover kann dadurch plötzlich wirken, als wäre er eine Nummer zu groß.

Greift man wiederum zur kleineren Größe, verschwinden einige dieser Längenprobleme – gleichzeitig verliert man möglicherweise genau die Weite, die man eigentlich benötigt.

Passform entsteht deshalb aus dem Zusammenspiel verschiedener Maße.

Nicht aus einem einzigen Buchstaben auf dem Größenetikett.

Warum wir Länge und Weite getrennt denken

Aus diesen Erkenntnissen entstand unser eigenes MYRON-System.

Statt ausschließlich zu fragen: S, M oder L? stellen wir zusätzlich eine zweite Frage:

Welche Länge passt zu deinen Proportionen?

Bei unseren Oberteilen unterscheiden wir deshalb unterschiedliche Größen- und Fitkombinationen.

Bei unseren Hosen basiert das System auf verschiedenen Kombinationen aus Länge und Bund beziehungsweise Hüfte.

Dadurch soll ein Mann nicht zwischen „richtige Länge, aber zu eng“ und „richtige Weite, aber zu lang“ wählen müssen.

Beides soll zusammenpassen.

Regular Fit und Loose Fit sind ebenfalls keine Größen

Ein weiterer häufiger Denkfehler ist, für einen lockereren Look einfach eine größere Größe zu kaufen.

Wer normalerweise M trägt und einen Loose Fit möchte, greift beispielsweise zu L.

Damit bekommt er zwar mehr Volumen.

Aber gleichzeitig meist auch mehr Länge.

Ein bewusst entwickelter Loose Fit funktioniert anders.

Die zusätzliche Weite wird dort gezielt in die Konstruktion integriert, ohne sämtliche anderen Maße automatisch im gleichen Verhältnis zu vergrößern.

Deshalb unterscheiden wir bei MYRON zwischen Größe und Fit.

Ein Loose Fit soll locker aussehen.

Nicht einfach zu groß.

Woran erkennst du, ob ein Kleidungsstück wirklich passt?

Beim nächsten Anprobieren lohnt es sich deshalb, nicht nur auf die Größenangabe zu schauen.

Bei Oberteilen solltest du beispielsweise darauf achten, ob die Schulter an der richtigen Stelle endet, der Ärmel sauber am Handgelenk abschließt, der Rumpf nicht unnötig über der Hüfte staut und die gewünschte Silhouette erhalten bleibt.

Bei Hosen sind unter anderem die Position des Bundes, der Sitz an Hüfte und Oberschenkel, die Knieposition, der Verlauf des Beins und der Abschluss am Schuh entscheidend.

Erst das Zusammenspiel dieser Punkte ergibt eine stimmige Passform.

Passform beginnt nicht bei S, M oder L

Die klassische Konfektionsgröße bleibt natürlich sinnvoll.

Sie gibt eine schnelle Orientierung über den Körperumfang.

Sie erzählt aber nicht die ganze Geschichte.

Gerade bei Männern zwischen 1,60 und 1,80 m kann die richtige Breite mit einer vollkommen anderen Länge kombiniert sein als bei einer Standardgröße vorgesehen.

Genau daraus entstand MYRON.

Aus der Frage, warum man sich eigentlich zwischen der richtigen Länge und der richtigen Weite entscheiden muss.

Und aus der Überzeugung, dass Kleidung nicht einfach nur kürzer sein sollte.

Sondern für andere Proportionen entwickelt werden muss.

MYRON
Entwickelt für Männer von 1,60 bis 1,80 m.
Über 100 Männer vermessen.
Eigenes Längen- und Breitensystem.

MYRON entdecken →